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Evangelische Kirche

Stele 1 Evangelische Kirche

Das heutige Kirchengebäude mit seinem mächtigen Westturm ist das Ergebnis zahlreicher Umbauten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde eine Kirche in Nümbrecht im Jahr 1131 durch Papst Innozenz II. Sie gehörte dem St. Cassius-Stift in Bonn an. Gegründet wurde ein erster Kirchenbau im 9. Jahrhundert auf einem fränkischen oder sächsischen Gräberfeld. Im 17. und 18. Jahrhundert erhielt die Hallenkirche im Innen- und Außenraum ihre barocken Akzente.

Aus der Bestätigungsurkunde des Papstes Innozenz II. geht hervor, dass Nümbrecht und weitere Pfarrkirchen des damaligen Machtbereiches der Grafen von Sayn im Auelgau zum St. Cassius-Stift in Bonn gehörten. Bei Ausschachtungsarbeiten für den Bau einer Warmluftheizung in den 1950er Jahren stieß man auf ein fränkisches oder sächsisches Gräberfeld. Im verletzten Schädel eines Mannes steckte eine Scherbe aus dem 8. Jahrhundert. Aus der auf privatem Grund und Boden errichteten Eigenkirche entstand später eine frühromanische Kirche, die im 12. Jahrhundert ihren Turm erhielt. Um 1500 erfolgte die gotische Neugestaltung des Chorraums. 1563 wurde das lutherische, 1605 das reformierte Bekenntnis eingeführt.

In der Barockzeit wurde die Baugeschichte der Kirche durch die Landesherren, die Grafen Sayn-Wittgenstein zu Homburg, geprägt. Sie residierten in einer Eigendynastie von 1643 bis 1735 auf dem nahegelegenen Schloss Homburg. In dieser Zeit gaben sie ihrer Hofkirche barocke Akzente. Es entstand der „Herrenkeller“ als Grablege der Homburgischen Grafen sowie die barocke Schweifhaube des Turmes, wie sie auch der Hauptturm von Schloss Homburg trägt. Eine prachtvoll ausgeschmückte Kanzel und der mit Engelsköpfen geschmückte Abendmahlstisch fallen im weiß getünchten Innenraum der Hallenkirche sofort ins Auge.